Über Mich

 

Kindergedanken: Die Natur macht Sinn, deshalb macht meine Situation Sinn, auch wenn ich sie nicht verstehe. Kriegskinder-Eltern. Schweigen, Gewalt, Isolation.

Glücklicher erster Schultag! Tolle Lehrerin. Existentielle Suche nach Sprache und Form. Sehnsucht nach Frieden. Durchhalten, bis 16. Flucht aus dem Elternhaus.

Das politisch-kulturelle Klima West-Berlins, 1978: bewegt. Anspruch und Wirklichkeit reiben sich, das schärft den Blick für beides. Abitur, Studium. New York.

Dort entschied ich mich für das, was ich schon immer wollte: Schauspielerin werden. Sanford Meisners Schauspielschule, The Neighborhood Playhouse, nahm mich auf.

Zuhören, Reagieren, Handeln. Unser Jahrgang hat das von Meisner persönlich gelernt. Lebendigwerdung als Lebensmission. In mir selbst. Über mich selbst hinaus.

Dann, ‚Method‘, in Reinform. Langsam, tief, präzise, komplex. 4,5 Jahre mit Tony Greco, der, von Strasberg ausgebildet, auch Phil Seymour Hoffmans wichtigster Lehrer war.

10 Jahre New York City. Liebe. Kunst. Theaterspielen! Psychoanalyse. Die Aids-Epidemie. Freunde fürs Leben. Jobben für die High Society. Heimweh.

Berlin. Mentalitätsschock. Suche nach Gemeinsamkeit. Betreuung meiner Oma. Stieftochterglück. Chance auf ‚meine‘ Kinohauptrolle. Ich war wie gelähmt. Gab auf.

Ein Produzent fragte, ob ich sein Darstellerensemble vorbereiten und am Set begleiten will. 12 Jahre unterstützte ich Kolleg:innen selbstlos mit großem Engagement.

Stephen Daldry legte mir beim ‚Vorleser‘ nahe, mich um meine eigene Schauspielkarriere zu kümmern. Ein Schlüsselerlebnis mit ihm entzündete wieder meine Spielleidenschaft.

Aus einer Kindervision, meinem Lebens- und Lernweg und Erkenntnissen über die Natur von Glaubwürdigkeit formte sich ein eigener Methodenansatz.

In deutschen und internationalen Kino- und Fernsehproduktionen unterschiedlichster Genre werde ich, eine glückliche Berlinerin, für ein weites Spektrum von Rollen besetzt.